Der Forschungsverbund SAIL („SustAInable Life-cycle of Intelligent Socio-Technical Systems“) widmete sich der Frage, wie Künstliche Intelligenz (KI) nachhaltig und verantwortungsvoll gestaltet werden kann. Gemeinsam mit Partnern aus Ostwestfalen-Lippe untersuchten Forschende unseres Instituts, wie solche Systeme sicher, robust und ressourcenschonend eingesetzt werden können und zugleich die Handlungsspielräume des Menschen unterstützen. Im Fokus standen damit nicht nur leistungsfähige Technologien, sondern auch ihre Einbettung in gesellschaftliche und wirtschaftliche Zusammenhänge.
Von 2022 bis 2026 arbeiteten rund 80 Wissenschaftler*innen der Universität Bielefeld, der Universität Paderborn, der Hochschule Bielefeld und der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe zusammen. Der interdisziplinäre Forschungsverbund vereinte Perspektiven aus Informatik, Ingenieurwissenschaften sowie Sozial- und Geisteswissenschaften. Gefördert wurde SAIL durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen mit 14,78 Mio. Euro.
Die Forschung reichte von methodischen und technischen Grundlagen der KI bis zu konkreten Fragestellungen in Industrie, Gesundheit und Pflege. In der Grundlagenforschung ging es unter anderem darum, KI-Systeme robuster, sicherer und nachvollziehbarer zu machen, große Sprach- und Basismodelle über ihren gesamten Lebenszyklus zu untersuchen und ihre Entwicklung und Nutzung effizienter und ressourcenschonender zu gestalten. Weitere Arbeiten beschäftigten sich mit der Verarbeitung und Vernetzung von Wissen sowie mit Verfahren zur nachvollziehbaren Bewertung von KI-Systemen.
Parallel dazu untersuchten anwendungsorientierte Projekte, wie KI Menschen in unterschiedlichen Lebens- und Arbeitsbereichen sinnvoll unterstützen kann. Forschende entwickelten beispielsweise Verfahren zur Erkennung falsch gekennzeichneter Blutproben, die zur Verbesserung der Patient*innensicherheit beitragen sollen. Andere Projekte beschäftigten sich mit KI-basierten Assistenzsystemen für die Arbeitswelt, die neben der Produktivität auch Wohlbefinden, Sinnhaftigkeit der Arbeit und Selbstbestimmung berücksichtigen. Im Gesundheitsbereich wurde zudem erforscht, unter welchen Bedingungen Menschen KI-gestützten Gesundheitsanwendungen vertrauen und wie maschinelles Lernen bei einem intelligenten Pflegebett zur sensorbasierten Patient*innenüberwachung eingesetzt werden kann.
Aus dem Forschungsverbund gingen bislang mehr als 270 wissenschaftliche Veröffentlichungen hervor. Retreats, die Vorlesungsreihe „Robust AI" sowie zahlreiche Beiträge auf internationalen Konferenzen förderten darüber hinaus den wissenschaftlichen Austausch. Spring Schools, Workshops und Kolloquien unterstützten die Graduiertenausbildung, während Hackathons, Mitmachformate und Science Slams Forschung auch für eine interessierte Öffentlichkeit zugänglich machten. Die Zusammenarbeit wird auch nach dem Projektende fortgeführt: Die beteiligten Hochschulen sind inzwischen Teil der ELLIS Unit NRW und stärken damit Ostwestfalen-Lippe langfristig als Standort für KI-Forschung mit gesellschaftlichem Anspruch.
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