NetIDE

Das im Januar 2014 angelaufene, dreijährige FP7-STReP-Projekt "NetIDE" setzt sich zum Ziel, eine integrierte Entwicklungsumgebung (IDE) für den Entwicklungsprozess von Anwendungen im Bereich des Software-defined Networking bereit zu stellen.

Software-Defined Networking

Software-defined Networking (SDN) ist ein neuartiger Ansatz zur Verwaltung von Firmen- oder ISP-Netzwerken. Hierbei wird die Kontrollebene von der Datenebene entkoppelt. Damit wird die Entscheidung, wie mit welchen Datenpaketen umgegangen wird, von den Netzwerkgeräten (Switches, Router, etc.) auf separate Hardware ausgelagert. Diese Entscheidungen werden über eine einheitliche Schnittstelle an die entsprechenden Geräte propagiert, wodurch eine softwaregetriebene Konfiguration aller Netzwerkgeräte von einer globalen Stelle (Controller) ermöglicht wird. Im Vergleich zu herkömmlichen Netzwerken, in denen Geräte mit unterschiedlichsten Schnittstellen manuell und einzeln konfiguriert werden müssen, sind SDN-Netzwerke also wesentlich einfacher und flexibler zu konfigurieren. So kann beispielsweise auf Hardwareausfälle schnell mit der Umleitung des Datenflusses reagiert werden.

Momentan gibt es bereits verschiedene SDN-fähige Schnittstellenspezifikationen für Netzwerkgeräte. Neben dem beliebten und offenen OpenFlow existieren auch proprietäre Lösungen. Auch zur Programmierung von Controllern existieren unterschiedliche Plattformen und Programmiersprachen. Dadurch lassen sich für eine spezifische Plattform geschriebene SDN-Anwendungen nicht auf anderen Plattformen wiederverwenden.

Zudem existieren bisher nur wenige Methoden und Werkzeuge zur Entwicklung von SDN-Anwendungen.

Ziele von NetIDE

NetIDE wird sich der oben genannten dieser Problematik wie folgt widmen:

  • Entwurf einer Methode zur Entwicklung von SDN-Anwendungen. Darin eingeschlossen ist die Anforderungsanalyse, Design, Implementierung, Simulation und Test, sowie Deployment.
  • Ermöglichung der plattformunabhängigen Programmierung mit beliebigen Netzwerk-Programmiersprachen. Dazu werden Transformationen spezifiziert, die die Programme in ein einheitliches, plattformunabhängiges Format überführen. Daraus wird schließlich plattformspezifischer Code generiert, der auf entsprechenden Controllern ausführbar ist.
  • Entwicklung einer Network App Engine, die SDN-spezifische Debug-Informationen und Performance-Evaluationen generiert und zur Verfügung stellt. Garbage Collection im SDN-Kontext gehört ebenfalls zu den Aufgaben dieser Engine

 

Organisation des Projektes


Das EU FP7 STReP Projekt NetIDE hat einen Gesamtaufwand von 4,5 Mio. Euro. Es läuft seit Januar 2014 und hat eine Laufzeit von drei Jahren.

Die Fachgruppe Softwaretechnik um Jun.-Prof. Steffen Becker und die Fachgruppe Rechnernetze um Prof. Holger Karl nehmen von der Uni Paderborn an dem Projekt teil. Weitere Projektpartner sind CREATE-NET (Italien), Telefónica I&D (Spanien), IMDEA (Spanien), THALES Communications (Frankreich), CZ.Nic (Tschechien), Fujitsu (Deutschland) und Intel (Irland).