TRAFFIS

Test- und Trainingsumgebung für fortgeschrittene Fahrerassistenzsysteme

Das Virtual Prototyping von fortgeschrittenen Fahrerassistenzsystemen (ADAS) entlang der Branchenwertschöpfungskette bedarf geeigneter Entwicklungswerkzeuge. Diese wurden im Projekt TRAFFIS (Test- und Trainingsumgebung für fortgeschrittene Fahrerassistenzsysteme) in Form einer flexiblen ADAS-Simulations- und Testumgebung geschaffen. Sie dient außerdem zur Vermittlung der Funktionsweise von ADAS in der Berufskraftfahrerausbildung. Die Projektergebnisse wurden in Zusammenarbeit mit 4 Industriepartnern aus NRW erzielt, wodurch auch gleichzeitig ein Wissenstransfer in die hiesigen Unternehmen aus der Automotive-Branche erfolgte. Die Projektlaufzeit begann im August 2011 und endete im April 2015 mit einer Abschlusspräsentation und einem Workshop im Rahmen des Wissenschafts- und Innovationsforum Intelligente Technische Systeme (WInTeSys)

Gliederung in Querschnitts-, Innovations- und Tranferprojekte

Das Gesamtprojekt gliederte sich in 3 Querschnittsprojekte, innerhalb derer die Entwicklung der Test- und Trainingsumgebung erfolgte. Parallel dazu wurden in 3 Innovationsprojekten konkrete Produkte und Dienstleistungen entwickelt. Ein Transferprojekt diente schließlich zur Publikation der Projektergebnisse sowie der Öffentlichkeitsarbeit. Während der Projektlaufzeit erfolgten insgesamt 21 wissenschaftliche Publikationen in Journals und Konferenzen.

Kurzbeschreibung

Das im Rahmen des Projekts TRAFFIS aufgebaute Closed-Loop Testsystem bietet vielseitige Möglichkeiten, um zukünftige ADAS während der Entwicklung und dem Test zu unterstützen. Da im Gegensatz zu herkömmlichen Fahrdynamikregelsystemen bei ADAS nicht mehr das reine Fahrverhalten, sondern zunehmend komplexe Szenarien relevant sind, in denen weitere Verkehrsteilnehmer in unterschiedlichen Situationen involviert sind, werden für die simulative Bewertung der ADAS-Funktionen zusätzliche Anforderungen an die Umgebungs- und Verkehrsmodelle gestellt. Dazu wurden die hier eingesetzten Echtzeitmodelle derart funktional erweitert, um ADAS-relevante Szenarien simulieren zu können. Die Möglichkeiten, die das Closed-Loop Testsystem bietet, wurden anhand der aufgebauten Simulationsumgebung mit einem lichtbasierten Fahrerassistenzsystem aufgezeigt. Durch die Kombination des Closed-Loop Betriebs des Steuergeräts mit dem Fahrsimulator und dem Visualisierungssystem lassen sich nicht nur die Algorithmen zur Ausleuchtung der Straße und die mögliche Blendung anderer Verkehrsteilnehmer beurteilen, sondern der reale Fahrer im Simulator erhält durch die visuelle, akustische, haptische und kinästhetische Stimulation zusätzlich einen realistischen Fahreindruck und kann auf diese Weise ein ADAS im Labor erproben. Darüber hinaus wurden neue Methoden für das Virtual Prototyping eines lichtbasierten Fahrerassistenzsystems zum blendfreien Fahren mit Fernlicht entwickelt. Der Driver-in-the-Loop-Ansatz wurde durch die qualitativ hochwertige Darstellung des nächtlichen Fahrszenarios im Simulator ermöglicht. Die entwickelte Visualisierung unterstützt nicht nur die Untersuchung des Zusammenwirkens von Fahrer und Assistenzsystem während der simulierten Fahrt, sondern ermöglicht erst die Optimierung des Algorithmus zur Ansteuerung der Scheinwerfer in dem angebundenen Steuergerät des lichtbasierten Fahrerassistenzsystems.

Ausgehend von hier erzielten Ergebnissen können weitereAnwendungsszenarien für den Test und die Entwicklung von Fahrzeugsystemen in einer komplexeren Simulationsumgebung im Rahmen zukünftiger Projekte erarbeitet werden.

Das Projekt TRAFFIS wurde durch den Regionalen Entwicklungsfond (EFRE) der Europäische Union und das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen des „Ziel2“-Programms gefördert.