Lernstatt Paderborn

Alle Schulen unter einem Dach

In einem dreijährigen Zeitraum baute die Stadt Paderborn bis zum Beginn des Schuljahres 2004/2005 flächendeckende und nachhaltige Infrastruktur für den Einsatz digitaler Medien in allen Paderborner Schulen auf. Ziel war es dabei, die Bildung nicht zu virtualisieren und bestehende Lernformen durch vermehrte individuelle Lernprozesse zu ersetzen, sondern vielmehr alle bestehenden Formen des individuellen und kooperativen Lernens zu unterstützen – und zwar sowohl innerhalb als auch außerhalb der Schule.

Dafür musste eine Infrastruktur geschaffen werden, die die durchgängige Verfügbarkeit digitaler Medien ermöglicht, ohne dabei Lernenden und Lehrenden ein hohes Maß an Administrations- und Wartungstätigkeiten abzuverlangen. Im Vordergrund stand somit die Unterstützung lokaler und regionaler kooperativer Lernformen, die im Zeitalter des Internet zugleich die überregionale Erweiterung und Ergänzung einschließt.

Auf der Basis des Konzepts Sun@School und der Ziele der e-nitiative.nrw wurden über 1800 Clients und etwa 100 Server in den Schulen installiert, wobei nicht nur die Arbeitsplätze in den Schulen, sondern auch die Schulen selbst untereinander vernetzt wurden. Durch netzgestütztes Arbeiten werden so Formen des Einsatzes digitaler Medien sowohl im Unterricht wie auch im häuslichen Bereich ermöglicht.

Die Administration und Wartung wird vom kommunalen Rechenzentrum (GKD Paderborn) zentral übernommen, um die Lehrenden zu entlasten. Die Vernetzung der Schulen baut auf dem Paderborner Bildungsnetz (PBBN) auf, bei dem über das Ampelnetz der Stadt eine breitbandige Anbindung erfolgt. Über die schulinterne Vernetzung werden alle Klassenräume erschlossen. Die gerätetechnische Umsetzung erfolgt mit besonders wartungsarmen Endgeräten (Ultra Thin Clients), wobei die Ausstattung der Schulen den Empfehlungen der e-nitiative.nrw zur Ausstattung mit Medienecken folgt und ergänzt wird um Fachräume in weiterführenden Schulen.

Die Umsetzung erfolgte über eine Projektgruppe in der Vertreter der Stadt, der GKD, der Schulen und der Lehrerschaft, des Regierungspräsidiums Detmold, der Universität Paderborn und der Firma Sun vertreten waren, um möglichst alle Interessen und Anforderungen der unterschiedlichen Interessengruppen angemessen berücksichtigen zu können. Zu speziellen pädagogischen und technischen Fragestellungen sowie für Sicherheitsfragen wurden zusätzliche Arbeitsgruppen eingerichtet.

Die Arbeitsgruppe Informatik und Gesellschaft am Heinz Nixdorf Institut betreut insbesondere auch den Einsatz des Servers des „School Wide Web Paderborn“ (sww-pb), auf dem Schülerinnen und Schüler ebenso wie die Lehrenden eine eigene Zugangskennung und einen persönlichen Arbeitsbereich erhalten. Dieser Server basiert auf der im Rahmen des Projekts „Bildung im Dialog“ in Kooperation mit der Bezirksregierung Detmold, der Weidmüller-Stiftung sowie der Stadtstiftung Gütersloh entwickelten Kooperationsplattform bid-owl. Empfehlungen für den Aufbau eines Wissensmanagements an Schulen mit Hilfe dieser Plattform sowie schulinterne Fortbildungskonzepte wurden in einem weiteren Projekt namens „School Wide Web – Intranets in Schulen“ entwickelt, das von der Bertelsmann Stiftung und der Heinz Nixdorf Stiftung durchgeführt wurde. Zudem wurde das Konzept „StarOffice 4 Kids“ weiterentwickelt und evaluiert. Getreu dem Motto „Die Welt ist meine Schultasche“ werden dabei sowohl Werkzeuge als auch Materialien jeweils altersstufengerecht anpassbar über einen Browser zur Verfügung gestellt.

Zum Abschluss des Projekts im August 2004 steht somit allen Paderborner Schulen eine leistungsfähige und gleichzeitig wartungsarme Infrastruktur zur Verfügung. Durch umfassende Schulungstätigkeiten, die neben der technischen Handhabung insbesondere auch die unterrichtliche Nutzung thematisieren, ist sichergestellt, dass Lehrende und Lernende in der Lage sind, die vorhandene Technik auch tatsächlich gewinnbringend zu verwenden. Durch die umfassende Vernetzung wird so der Lernraum Schule erweitert: Die Stadt wird zu einer Stätte des Lernens.

Gefördert durch:

  • StarOffice Software Entwicklung GmbH
  • kippdata Informationstechnologie GmbH
  • Sun Microsystems