Fraunhofer Engagement

Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik IEM

Wie sieht das Engineering der Zukunft aus? Zu dieser Frage entwickelt das Fraunhofer IEM überzeugende Lösungen. Im Fokus stehen intelligente Produkte, Produktionssysteme, Dienstleistungen und Softwareanwendungen. Wir arbeiten interdisziplinär an neuen Methoden, Werkzeugen sowie Prozessen und setzen innovative Technologien ein, um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Kunden und Partner langfristig zu sichern.

In Kooperation mit dem Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn gestaltet das Fraunhofer IEM seit 2011 den Forschungsstandort Paderborn mit und ist im Technologie-Netzwerk it‘s OWL langjähriger Partner der Industrie in Ostwestfalen-Lippe. Das Fraunhofer IEM mit seinen rund 200 Mitarbeiter/inne/n wird von einem dreiköpfigen Direktorium geführt: Professor. Ansgar Trächtler (Institutsleiter), Professor Eric Bodden und Professor Roman Dumitrescu. Das Forschungsvolumen umfasste in 2019 rund 13 Millionen Euro.

Der Ausbau der umsetzungsorientierten Forschungsinfrastruktur

Auch in 2020 ist viel passiert. Der Bau der Zukunftsmeile 2, in dem unser neues Forschungs- und Innovationszentrum beheimatet ist, wurde abgeschlossen. Planmäßig stehen die rund 20 Büroarbeitsplätze Ende 2020 zur Verfügung. Besonderes Highlight ist das IoT Xperience Center, ein hochmodernes IoT- Labor. Auf 750 qm macht das neue Labor mit FuE-Projekten das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) entlang des Produktlebenszyklus erlebbar. In den neuen Räumen erhalten Industriepartner Zugang zu Methoden, Anwendungen und modernen IoT-Technologien wie zu einem 5G-Campusnetz.

Security first: Das gilt in Zeiten der Digitalisierung ganz besonders. Darum haben wir in der Zukunftsmeile 1 einen Raum geschaffen, der das Thema IT-Sicherheit in den Mittelpunkt stellt. Unser neues Secure Engineering Lab ist Lernort, Co-Working-Space und Demonstrationsfläche in einem. Hier sensibilisieren wir Unternehmen für die Sicherheitslücken ihrer Systeme und erarbeiten gemeinsam wirksame Schutzmaßnahmen.

SElive – Unsere neue Webpräsenz zum Thema Systems Engineering

Unter www.selive.de findet man seit Juni viel Wissenswertes über die Entwicklung intelligenter technischer Systeme. Von Grundlagen und Konzepten über Technologien und Trends bis hin zu konkreten Anwendungsbeispielen aus der Industrie – aufbereitet in informativen Artikeln, Interviews, Webinaren und Veranstaltungstipps. Abwechslungsreich und mit Themen am Puls der Zeit. Ganz nach unserem Credo „Aus der Wissenschaft für die Praxis”. Selbstverständlich findet man dort auch alle aufgezeichneten Webinare der SElive-Reihe, die Einblicke in die Entwicklungsarbeit der Gegenwart und Zukunft geben.

Fraunhofer IEM Academy goes online

Grundlagen des Systems Engineerings, agile Arbeitsweisen im Innovationsprozess, Industrial Data Analytics praktisch umsetzen: Dies sind nur einige Themenblöcke aus unserer IEM Academy. Auch im deutschlandweiten Fraunhofer-Lernlabor Cybersicherheit bieten wir mehrere Trainings an. Angepasst an die derzeitige Situation bieten wir unser komplettes Schulungsportfolio jetzt auch online an. Die Weiterbildungsangebote richten sich an Führungskräfte, Projektverantwortliche sowie Fachkräfte aus der Industrie und vermitteln herstellerneutral, praxisnah und gleichzeitig theoretisch fundierte Grundlagen, Vorgehensweisen und Best Practices, die Unternehmen fit für die Zukunft machen. Einen kostenlosen Vorgeschmack geben unsere regelmäßig stattfindenden Webinare zum Thema Digitale Transformation und Systems Engineering.
www.iem.fraunhofer.de/academy

SElive.de ist die neue erste Adresse für Systems Engineering am
Fraunhofer IEM. (© Fraunhofer IEM)

Forschungsprojekte 2020 und darüber hinaus

Auch im Bereich Forschung ging es voran. Eine Reihe von mehrjährigen Projekten wurde erfolgreich im Jahr 2020 abgeschlossen: Im Projekt DigiKAM wurde zum Beispiel eine Kollaborationsplattform für die additive Fertigung entwickelt. Mit ihr können auch mittelständische Unternehmen ohne eigenes Expertenwissen vom 3D-Druck profitieren. Das Gemeinschaftsprojekt Smart-Headlamp-Technology forschte zur simulativen Erprobung hochauflösender Scheinwerfer. Durch die von den Forscher/inne/n entwickelte Simulation ist es möglich, virtuelle Testszenarien schnell und flexibel zu generieren und echte Versuchsfahrten realitätsnah zu reproduzieren.

Aber auch viele neue Forschungsprojekte und Initiativen, welche die Forschungsagenda der kommenden Jahre prägen werden, gingen an den Start. Das KI-Kompetenzzentrum KIAM OWL hat es sich zum Ziel gesetzt, die Arbeitswelt durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz zu verbessern. Im Projekt IntelliSecTest arbeiten Fraunhofer-Forscher mehrerer Institute an einer innovativen Lösung für hochautomatisiertes Security Testing von Softwareanwendungen. Zudem forscht das Fraunhofer IEM seit Februar im Verbund mit Partnern von der Universität Paderborn und der TU Dortmund an der Entwicklung eines intelligenten Drückwalzprozesses für Stahl. Dieses DFG-geförderte Projekt ist Bestandteil des neuen DFG-Schwerpunktprogramms „Eigenschaftsgeregelte Umformprozesse“ und zielt darauf ab, hochoptimierte fälschungssichere Stahlbauteile durch intelligente Umformprozesse zu gewährleisten.

Ein weiteres großes Forschungsvorhaben (MoSyS) ist am 1. Oktober gestartet. Gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft erforscht das Fraunhofer IEM die menschorientierte Gestaltung von komplexen System of Systems und der zugehörigen Wertschöpfung.

Im Projekt AdWiSE, das von der acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften – koordiniert wird, geht es um die disziplinübergreifende Entwicklung komplexer vernetzter sozio-technischer Systeme für die Wertschöpfung von morgen. Die Ergebnisse, zusammengefasst in einer umfangreichen Studie, liefern einen entscheidenden Beitrag, um eine im internationalen Wettbewerb herausragende Kompetenz im Bereich Advanced Systems Engineering zu entwickeln und zu etablieren. Damit soll sichergestellt werden, dass am Standort Deutschland komplexe Systeme professionell entwickelt und schnell zum nachhaltigen Markterfolg gebracht werden können.