18. Juni 2018

Helsinki 2017 – Workshop zu innovativen Dienstleistungen bei Extremwetterereignissen im Projekt ANYWHERE

Innovative Dienstleistungen bei Extremwetterereignissen sind das Ziel des EU-Projektes ANYWHERE. Ende vergangenen Jahres fand der zweite Workshop des Projektes statt, zu dem zahlreiche Stakeholder der Einladung des Konsortiums nach Helsinki folgten.

Extremwetterereignisse bergen große Risiken für Menschen, deren Eigentum und die öffentliche Infrastruktur. Hier setzt das EU-Forschungsprojekt ANYWHERE an. Die Wissenschaftler entwickeln zusammen mit der Industrie ein Wetter-Frühwarnsystem. Im September trafen sich die über 30 Forschungs- und Industriepartner im Projekt mit weiteren Anwendern in Helsinki zum zweiten offiziellen Projekt-Workshop. Weitere Anwender-Organisationen waren unter anderem Unternehmen aus den Bereichen der Logistik und des Supply Chain Managements sowie Anbieter von Dienstleistungen auf Basis von Wetterdaten und des Katastrophenschutzes.

Die Fachgruppe „Produktentstehung“ des Heinz Nixdorf Instituts koordiniert europaweit mehrere Fallstudien und entwickelt Methoden der Strategischen Planung mit dem Ziel der Innovation. Gemeinsam mit dem finnischen Innenministerium setzen die Forscher das IT-System ein, um bei wetterbedingten Stromausfällen zu helfen. Umstürzende Bäume führen in Skandinavien oft zu großflächigen Ausfällen im Stromnetz, da der Strom vorwiegend über Freilandleitungen fließt. „Unser System gibt den Servicetechnikern vorab Informationen, an welcher Stelle es zu wetterbedingten Ausfällen kommen könnte. So planen die Techniker ihren Einsatz schon vorher. Sobald das Unwetter keine Gefahr mehr darstellt, schickt das System die Mitarbeiter zu den wartungsbedürftigen Stellen“, erklärt Philipp Scholle aus dem Projektteam um Prof. Iris Gräßler.

Begleitend zur Vorstellung der Ergebnisse der Fallstudien aus Finnland, Italien, Spanien und der Schweiz wurden auf einer Projektmesse die Ergebnisse diskutiert. Beitrag der Paderborner Wissenschaftler war hier ein IT-System, welches potenzielle Anwender in Planung, Entwicklung und Markterschließung neuartiger Dienstleistungen unterstützt. „Das schafft Möglichkeiten für neue Märkte. „Wir formulieren daher auch Unterstützung für Unternehmen, die unsere Tools zukünftig nutzen wollen. Dazu gehört auch, auf ethische und rechtliche Probleme, wie den Datenschutz, hinzuweisen und eine realistische Bewertung der Marktchancen möglicher Produkte aufzuzeigen.“, so Dr.-Ing. Jens Pottebaum, der die Fallstudien koordiniert.

Die Fachgruppe „Produktentstehung“ entwickelt hier neuartige Ansätze zur strategischen Planung, welche es potenziellen Anwendern ermöglicht, aufwandsminimal auf Basis von Zukunftsszenarien zu planen und Marktchancen zu bewerten. Die Ergebnisse werden innerhalb der Fallstudien validiert. Über 30 Kooperationspartner aus Forschung und Industrie arbeiten an ANYWHERE im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon 2020. Die EU fördert das Gesamtprojekt bis Ende 2019 mit ca. zwölf Millionen Euro.

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