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19. Juni 2012

Fachbuch „Produkte und Produktionssysteme integrativ konzipieren“

Im globalen Wettbewerb kann nur bestehen, wer Spitzenprodukte zu wettbewerbsfähigen Preisen rasch in den Markt bringt. Ferner kommt es darauf an, sich auf sich ändernde Einflüsse einzurichten, beispielsweise neue Fertigungstechnologien, Schwankungen in den Stückzahlen oder in der Variantenzahl. Weiterhin erhöht die Durchdringung der Produkte und Leistungserstellungsprozesse mit Informations- und Kommunikationstechnik die Komplexität der Produktentstehung. Im Zuge der Produktentstehung sind Abhängigkeiten der Disziplinen Mechanik, Elektronik/Elektrik und Software sowie zwischen Produkt- und Produktionssystementwicklung zu beachten. Heute finden diese Abhängigkeiten nur unzureichend Berücksichtigung. Die Folge sind aufwendige Iterationsschleifen im Entwicklungsprozess.

Das vom BMBF geförderte Verbundprojekt VireS „Virtuelle Synchronisation von Produktentwicklung und Produktionssystementwicklung“ stellte sich dieser Herausforderung. In der dreijährigen Projektlaufzeit (2008 – 2011) entstand in Zusammenarbeit von Hochschulinstituten, Beratungsunternehmen, Softwarehäusern und Industrieunternehmen ein Instrumentarium für die integrative Entwicklung des Produkts und des entsprechenden Produktionssystems. Integrativ bedeutet, dass Produkt und Produktionssystem im Wechselspiel entwickelt werden.

Das Instrumentarium besteht aus Vorgehensmodellen, einer Beschreibungssprache zur Spezifikation von Produkt und Produktionssystem sowie Bewertungsmethoden. Die Methoden wurden als Software-Tools umgesetzt. Das Instrumentarium befähigt die Entwicklerinnen und Entwickler, Produkt und Produktionssystem bereits in frühen Entwicklungsphasen (Konzipierung bzw. Vorentwicklung) integrativ zu entwickeln und damit verbundene Analysen durchzuführen. Bewertet werden hierbei die Entwicklungs- und Herstellkosten sowie die Robustheit gegenüber Änderungen und nicht vorhersehbaren äußeren Einflüssen. Durch den Einsatz des Instrumentariums werden Unternehmen in die Lage versetzt, ihre Produkte robuster, schneller und kostengünstiger zu entwickeln. Zeit- und kostenaufwändige Iterationsschleifen in späteren Entwicklungsphasen werden vermieden und die Zeit bis zum Produktionsanlauf wird signifikant verkürzt.

Im April 2012 wurde im Carl Hanser Verlag ein Fachbuch zum Verbundprojekt VireS veröffentlicht. Es gibt einen systematischen Handlungsleitfaden für die integrative Konzipierung von Produkt und Produktionssystem unter Berücksichtigung der Aspekte Kosten und Robustheit. Das Instrumentarium wird detailliert beschrieben und an einem durchgängigen Beispiel allgemeinverständlich angewandt. Praxisbeispiele aus verschiedenen Branchen erleichtern das Verständnis und die Umsetzung in die gelebte Praxis.

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